Dienstunfähigkeit - und jetzt?

Was kostet das Leben – wenn man plötzlich alles selbst zahlen muss?

Nach dem Studium oder der Ausbildung beginnt mit dem Eintritt ins Berufsleben auch der Ernst des Lebens und man steht zum ersten Mal so richtig auf eigenen Beinen. Es werden Pläne für die Zukunft geschmiedet und Wünsche erfüllt. Damit der einmal erreichte Lebensstandard im Fall eines möglichen Arbeitskraftverlusts nicht aufgegeben werden muss, sollte sich jeder bewusst werden, welche Versorgungsleistungen man zu welchem Zeitpunkt zu erwarten hat und wie man sich schützen kann.

Erst Informieren und dann verantwortungsvoll planen

Wer dienstunfähig wird, wird oft überrollt von unzähligen Aufgaben, die es zu erledigen gibt, und den vielen Rechnungen, die es zu begleichen gilt. Erst jetzt stellt sich so mancher die Frage: „Wie bin ich eigentlich abgesichert?“ Oder: „Habe ich richtig vorgesorgt?“ Natürlich ist nicht jeder unvorbereitet, aber es gibt doch immer noch viele Fälle, die deutlich machen, dass zu wenige gut informiert sind und wissen, auf was geachtet werden sollte.

Damit auch nach einem Jobverlust durch Dienstunfähigkeit das Leben weitergehen kann, sollte sich jeder mit diesem Thema beschäftigen.

  • Wann werde ich dienstunfähig?

    Wann und unter welchen Umständen ein Beamter als dienstunfähig gilt, ist im Bundesbeamtengesetz (BBG) klar geregelt. Dort heißt es in § 44, Absatz 1:


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  • dienstunfaehigkeit beamter lebenszeitBeamte auf Lebenszeit

    Im Bundesbeamtengesetz wird lediglich der Beamte auf Lebenszeit erwähnt. Diesen Status erreicht man jedoch erst nach einer Wartezeit. Nur diejenigen, die mindestens 5 volle Dienstjahre lang verbeamtet sind, haben bei Dienstunfähigkeit einen Anspruch auf ein Ruhegehalt.

    Wie sieht es dann bei Beamten auf Widerruf oder Probe aus?

     
  • dienstunfaehigkeit beamter probeBeamte auf Probe

    Beamte auf Probe, also noch in der Probezeit, werden in der Regel bei Dienstunfähigkeit entlassen. Es folgt eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung für die geleistete Dienstzeit.

    Mit einer Ausnahme: Erleidet der Beamte auf Probe einen Dienstunfall und wird daraus resultierend dienstunfähig, so stehen ihm Versorgungsansprüche auch ohne Wartezeit zu.

     
  • dienstunfaehigkeit beamter widerrufBeamte auf Widerruf

    Beamte auf Widerruf können nicht in den Ruhestand versetzt werden. Sie werden entlassen und für die Dauer der Beschäftigung im Beamtenverhältnis auf Widerruf in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert.

     
  • beamtenversorgung idealfallWie berechnet sich der Versorgungsanspruch bei Beamten?

    Da es zu viele Besonderheiten zu beachten gilt, hier nur eine vereinfachte Darstellung.

    Die Pension errechnet sich aus den geleisteten Dienstjahren und aus der entsprechenden Gehaltseinstufung, zum Beispiel A12. Für jedes Dienstjahr werden 1,79375% der jeweiligen Gehaltsstufe angerechnet. Die maximale Höhe von 71,75% wird somit nach 40 Vollzeitdienstjahren erreicht.

    Dienstjahr ist nicht gleich Dienstjahr

    Es muss jedoch beachtet werden, dass sich einige Faktoren auf die anzurechnenden Dienstjahre auswirken. Arbeitest du in Teilzeit oder bist in Elternzeit, wird dir diese Zeit nur anteilig bzw. gar nicht auf deine geleisteten Dienstjahre angerechnet.

     

Wie hoch ist die Mindestversorgung?

Man unterscheidet zwei Formen der Mindestversorgung. Es wird auf jeden Fall die amtsunabhängige Mindestversorgung geleistet, wenn die amtsabhängige Mindestversorgung geringer ausfällt.

Amtsabhängige Mindestversorgung

Die amtsabhängige Mindestversorgung beträgt mindestens 35% der entsprechenden Gehaltseinstufung. Zu berücksichtigen ist auch ein Versorgungsabschlag bei vorzeitiger Dienstunfähigkeit von bis zu 10,8%.

Amtsunabhängige Mindestversorgung

Die derzeit maßgebende amtsunabhängige Mindestversorgung seit 01.01.2018 beträgt für Personen ohne Familienzuschlag 1.699,66 Euro (brutto).

dienstunfaehige beamte 2017

Auf die richtige Planung kommt es an!

Planung ist die halbe Miete. Sobald der Sachverhalt klar ist, kann mit der Ausführung begonnen werden.

Damit auch alles berücksichtigt wird, hier ein 5-Punkte-Plan zur Umsetzung.

1. Welche Ausgaben habe ich?

Die Kosten für ein eigenständiges Leben können natürlich nicht so einfach pauschalisiert werden, aber es gibt Faktoren, die keiner ignorieren kann. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Miete und Nebenkosten
  • Lebensmittel
  • Versicherung (das Minimum ist die gesetzliche Krankenversicherung)
  • Ausgaben für Freizeit, Hobby und Kleidung.

2. Was zahlt der Dienstherr bei Dienstunfähigkeit?

Das hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt die Dienstunfähigkeit eintritt. Solange Sie noch Beamter auf Probe/Widerruf sind, werden Sie in der Regel bei Dienstunfähigkeit entlassen. Es folgt eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung für die geleistete Dienstzeit. Beamte auf Lebenszeit werden ebenfalls in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert, solange die Wartezeit von 5 Jahren für das Ruhegehalt nicht erfüllt ist.

3. Wie hoch ist mein persönlicher Versorgungsbedarf?

Die Differenz zwischen Ausgaben und dem Versorgungsanspruch entspricht deinem Versorgungsbedarf.

4. Habe ich zukünftige Verpflichtungen berücksichtigt?

Die Höhe der Absicherung sollte unbedingt auch zukünftige Änderungen im Leben berücksichtigen. Möchte ich einmal ein Eigenheim und eine Familie, dann sollte dies auf jeden Fall schon heute mit berücksichtigt werden.

5. Welche Versicherung bietet mir den besten Schutz?

Um das zu verstehen, muss man im Kleingedruckten, also in den Versicherungsbedingungen, nachlesen. Generell ist hier geregelt, wann du einen Anspruch auf die vereinbarte Rentenleistung hast. Es gibt eine Vielzahl von Kriterien.

EINE WICHTIGE FRAGE: Wann bin ich für die Versicherung berufsunfähig?

In der Regel leistet eine Berufsunfähigkeitsversicherung, sobald du deinen zuletzt ausgeübten Beruf (z. B. Lehrer/in) für einen gewissen Zeitraum (frühestens 6 Monate) zu mindestens 50% nicht mehr ausüben kannst. Es gibt auch abweichende Regelungen!

EINE ENTSCHEIDENDE FRAGE: Wann bin ich als Beamter für die Versicherung dienstunfähig?

Natürlich nur dann, wenn im Kleingedruckten eine entsprechende Vereinbarung zu dieser Frage enthalten ist - die sogenannte Dienstunfähigkeitsklausel.

Aber Achtung! Manche Gesellschaften leisten erst ab Verbeamtung auf Lebenszeit.

Mach‘ den ersten Schritt, alle weiteren gehen wir gemeinsam.

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